DIE SCHULUNGSARTEN

 

Weltweit gibt es heute zwei Schulungsarten – die klassische Schulung und die AFF Methode.
Es ist schwer ein Urteil darüber abzugeben, welche der beiden Arten letztendlich besser ist.
Die Infrastruktur, das Absetzflugzeug, die Fallschirmsysteme, die Lehrer und das restliche Umfeld sind letztendlich ausschlaggebend, ob sich ein Ausbildungsunternehmen nun für die eine, oder die andere Methode entscheidet.
Es versteht sich natürlich von selbst, dass jeder seine eigene Sache als die Beste hinstellen wird. Tatsache ist, dass beide Schulungsarten das gleiche Ziel verfolgen. Nur der Weg dahin ist unterschiedlich, genauso unterschiedlich wie die verschiedenen Charaktere der Schüler.
Ich persönlich bin der Meinung, dass nicht die Schulungsart ausschlaggebend ist, sondern die Qualität der Betreuung, die der Schüler während seiner gesamten Ausbildung genießt.
Ich selbst bin ein Vertreter der klassischen Schulung, habe aber auch eine AFF Lizenz.
Unabhängig von der Ausbildungsmethode gibt es drei Arten von Schülern. Die Talente, die alles sofort begreifen, die Kämpfer, die sich alles mühsam erarbeiten müssen und die Schüler, die den falschen Sport gewählt haben. Egal aus welchem Lager, jeder dieser drei Typen braucht nach der Schulung Einzelsprünge mit einem Instruktor, um richtig gut fliegen zu lernen.
Leider muss ich mir immer wieder anhören, wie viel besser doch die AFF-Ausbildungsmethode sei.
Jede Schule kann dem Schüler während seiner Ausbildung aber nur ein Fundament geben, auf das er anschließend bauen kann. Zahlreiche Videos von Anfängern und meine eigenen Erfahrungen, haben mich davon überzeugt, dass kurz nach der Ausbildung sowohl klassische-, als auch AFF- Schüler, ähnlich gleiche Fehler in ihrer Körperhaltung haben. Somit stellt sich wieder die ewige Frage welche Methode die bessere ist!
Die finanzielle Seite ist heute im Fallschirmsport natürlich ein wichtiges Thema. Man sollte sich unbedingt erkundigen wie viel die gesamte Ausbildung (bis zum Erhalt der Sprunglizenz) kostet und welche Kosten beim Abbruch der Schulung anfallen. Der HFSV bietet die Schulung um 1.959 Euro an. Fleißige Schüler haben die gesamte Ausbildung schon in einer Wochen geschafft.
 

Die klassische Schulung

 
Nach einer gründlichen Erstsprungeinweisung werden mindestens 8 Sprünge aus einer Höhe von ungefähr 1000 Metern durchgeführt. Bei diesen Sprüngen öffnet sich der Schirm automatisch. Der zusätzliche Stress, den der freie Fall bedeuten kann, fällt so weg und der Schüler kann sich auf den Absprung, die anschließende Schirmfahrt und die Landung konzentrieren. Ab dem 4. Sprung muss der Schüler einen Scheingriff ziehen, um ihn langsam auf seinen ersten manuellen Sprung vorzubereiten. Dieser Vorgang wird vom Absetzer beobachtet und nach dem Sprung genau besprochen. Es folgt eine Einweisung für den ersten manuellen Sprung. Dieser insgesamt 9. Sprung findet aus 1200 Metern statt. Der Schüler muss 5 Sekunden nach dem Absprung seinen Schirm selbst öffnen. Bei den folgenden Sprüngen wird die Höhe über Grund bis auf 4000 Meter gesteigert und man lernt durch verschiedene Übungen, die wichtigsten Freifallmanöver.
Gemeinsam mit einem Lehrer werden die theoretische Gegenstände des Skriptums durchgearbeitet und man lernt natürlich auch wie der Fallschirm richtig gepackt wird.
Nach 8 Automaten und 20 manuellen Absprüngen hat man die Prüfungsreife erlangt. Der theoretische Teil und der Prüfungssprung werden von unseren eigenen Lehrern abgenommen.

Und schon  bist du im Besitz eines österr. Fallschirmspringerscheins!

Klingt gar nicht so schwer – oder!

 

Die AFF Methode

AFF ist die Abkürzung für Accelerated FreeFall und bedeutet übersetzt beschleunigter Freifall. Gestartet wird natürlich ebenfalls mit einer gründlichen Erstsprungeinweisung.
Schon die ersten Absprünge erfolgen aus Absetzhöhen bis zu 4000 Metern und mehr. Zwei Lehrer halten den Schüler vom Absprung weg und überwachen seinen Freifall.
Die Automatensprünge entfallen, der Schüler muß vom ersten Sprung an seinen Schirm selbst öffnen. Vom vierten bis zum siebenten Sprung ist nur mehr ein Lehrer vorgesehen, der dem Anfänger die wichtigsten Freifallmanöver beibringt. Die restlichen Sprünge werden alleine absolviert und nach insgesamt 28 Sprüngen hat man die Prüfungsreife erreicht.
Der theoretische und praktische Prüfungsablauf ist derselbe wie bei der klassischen Methode.

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